Houffalize (Belgien) - 02. Mai 2009
Da der Weltcup in Houffalize dieses Jahr auf das lange 1. Mai-Wochenende fiel, packten Laura-Maria und ich schon Donnerstags das Auto voll und machten uns auf den Weg nach Belgien. Nach unserer Ankunft wurde schnell das Zelt aufgeschlagen und noch eine Runde durch die Ausstellungsfläche der Teams gegangen.
Freitags Morgen war die Strecke für das Training der Weltcupfahrer reserviert, sodass ich mich noch gedulden musste und wir uns zunächst das erstmalig veranstaltete Downhillrennen anschauten. Es war ein äußerst interessante Erfahrung solch eine Strecke live zu sehen, mit Wurzelpassagen, Rampen oder 3m hohe Absätze die von den Fahrern ohne Probleme gemeistert wurden.
Gegen Nachmittag machte ich mich voller Vorfreude fertig für meine erste Proberunde auf der Weltcupstrecke. Das Wetter war (im Vergleich zum letzten Jahr) einfach perfekt: wolkenloser Himmel, trocken und warm. Auch die Strecke zeigte sich in einem perfekten Zustand, sodass die meisten Abschnitte des sieben Kilometer langen Rundkurses problemlos zu fahren waren. Lediglich bei zwei kurzen Downhillstücken entschied ich mich aus Sicherheitsgründen dazu, vom Rad abzusteigen und zu Fuß zu gehen.
Aufgrund meiner Nummer hoffte ich wenigstens im zweiten Startblock stehen zu können, da es bei dieser Strecke von Vorteil ist von Anfang an vorne dabei zu sein. Wie sich kurz vor dem Start herausstellte, durfte ich mich sogar in den ersten Startblock einreihen. Als dieser aufgerufen wurde, konnte ich einen Platz in der zweiten Reihe ergattern, perfekt! Es standen mir eine Startrunde von vier Kilometern und zwei volle Runden à 7 Kilometern bevor. Während ich mit den rund 200 anderen Fahrern auf den Start wartete, wurde ich immer nervöser. Als dann der Sprecher bekannt gab, dass der Start in einer Minute erfolgt, sprang mein Puls von 132 blitzschnell auf 148, dieses Phänomen war mir so noch nicht bewusst begegnet. Als der Startschuss erfolgte, kam ich sehr gut weg und konnte mich an den Fahrern vor mir vorbeikämpfen und führte so das Feld die ersten 300m den Startberg hoch an. Mit zunehmender Steigung wurde mir jedoch klar, dass ich dieses Tempo nicht halten kann und musste einige Fahrer passieren lassen bevor ich dann auf Position 20 ins Gelände abbog. Nach weiteren Positionskämpfen im ersten Trail musste ich versuchen einen Rhythmus zu finden. Dies gelang mir recht schnell, sodass ich mit einer kleineren Gruppe mitfahren konnte. Während des Rennverlaufs setzte mir die Hitze stark zu, sodass ich es kaum erwarten konnte, dass erste Mal in der Verpflegungszone von Laura eine neue Flasche zu bekommen. Danach fiel es mir wieder leichter meinen Rhythmus weiterzufahren und mich auf die Endphase des Rennens zu konzentrieren. In der Schlussphase fuhren einige starke Fahrer von hinten an mich heran und überholten mich teilweise. Am letzten sehr steilen Anstieg konnte ich mit einer Tempoverschärfung noch 3 Fahrer abhängen und den Abstand zu meinem Vordermann verkürzen. Der letzte Trail Richtung Ziel kam mir sehr entgegen und so konnte ich aufschließen. Auf einem flachen Wiesenstück Richtung Dorfkern und somit dem Ziel schlug mein Vordermann ein hohes Tempo an und versuchte mich abzuschütteln. Doch ich konnte an seinem Hinterrad bleiben, sodass es auf einen Schlusssprint auf der Zielgerade hinauslief. Hier konnte ich mich schnell vor ihn setzen und so noch eine Position gutmachen. Somit stehen am Ende dieses Rennens ein (im Gegensatz zum Vorjahr) eingestaubtes Mountainbike, 17,2km Renndistanz, knapp 700 Höhenmeter, eine Fahrzeit von 1h16min13s , ein durchschnittlicher Herzschlag von 177 Schlägen und der 34. Platz als bester Deutscher.
Infos unter
Ergebnisse:
Lukas Geisbüsch
"Bilder aus Houffalize"

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