| Julians Rennberichte 2009 |
Julian Hallfell, als einer unserer Lizenzfahrer, ist über die ganze Saison bei Straßenrennen aktiv. Hier berichtet er uns nach und nach von seinen Erlebnissen.
04. Juli 2009 - Fernfahrt Mendig-Budel Heute war es endlich soweit. Die für mich erste Fahrt nach Budel stand an. Es würde bestimmt ein harter Tag und ich machte mir Gedanken wie ich diese 230 km wohl schaffen würde, zumal die ersten knapp 130 km recht bergig sein würden. Nach knappen 4 h Schlaf und voller Aufregung machte ich mich mit meinem Vater auf den Weg nach Mendig zum Start. Dort angekommen sah ich die anderen Teilnehmer bei den Vorbereitungen und man unterhielt sich über die Strecke. Punkt 8 Uhr dann der Startschuss. Die ersten 5 km fuhr ich zusammen mit Martin Schäfer an der Spitze des knapp 220 Fahrer starken Feldes. Am Ortsausgang von Mendig lies ich die anderen dann gewähren und versuchte mein eigenes Tempo zu fahren und mich in eine Gruppe zu integrieren, welches sich als schwieriger als gedacht herausstellte. Im Nettetal dann schließlich die Erlösung. Ich hängte mich an eine Gruppe von 5 holländischen Fahrern. Dann der gefürchtete Anstieg hoch nach Langscheid. Ich fuhr ihn hervorragend locker und frisch hinauf ohne schwere Anstrengung und konnte sogar ein paar Fahrer überholen. Das hätte ich nie gedacht. Dann hatte ich meinen Tritt gefunden und fuhr mein eigenes Tempo. Ich setzte mich von meiner Gruppe ab und fuhr bis zur ersten Kontrolle in Tondorf auf einem 31 Platz. Dort angekommen traf ich meinen Vater welcher in einem Begleitfahrzeug unsere Fahrer betreute und immer hin und her pendelte. Da ich keine Lust hatte weiterhin alleine zu fahren hängte ich mich in eine Gruppe und fuhr gemeinsam mit ihnen bis nach Berg, einem Ort in der tiefsten Eifel. Dort musste ich sie dann Aufgrund von kurzer Rast ziehen lassen. In Luchem an der zweiten Kontrolle angekommen wartete ich auf meine Vereinskameraden, die einen Rückstand von knappen 10 min hatten. Gut gestärkt fuhren wir den letzten 110 km in Richtung Budel entgegen und freuten uns schließlich auf die letzte Kontrolle in Waldfeucht gute 60 km vor dem Ziel. Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns zwischen dem 70 bis 100 Platz. Dort gab es Suppe, Waffeln, Bananen, Riegel also war auch für jeden etwas dabei. Am Begleitfahrzeug wurden die Trinkflaschen ein letztes Mal gefüllt und voller Elan fuhr unsere Gruppe dem Ziel entgegen. Nach 8h 50min reiner Fahrzeit erreichten wir kurz vor 18 Uhr dann schließlich das Ziel. Mit Applaus und Jubel wurden wir begrüßt. Nach Duschen, Essen und Trinken und Verladen machten wir uns schließlich gegen halb 10 auf den Heimweg. Fazit: Die Fahrt nach Budel war ein großartiges Erlebnis welches ich in den nächsten Jahren immer wieder fahren werde. Die Verpflegung und Strecke war einfach nur riesig und es war gar nicht mal so anstrengend wie ich vermutet hatte. Ich hätte noch 50 km fahren können!
18. April 2009 - Erstes Rheinland-Pokal-Rennen in Trierweiler Nach dem Mittagessen und nach dem Alles im Auto verstaut war, machten wir uns auf den Weg nach Trierweiler. Auf der Hinfahrt bestätigte sich der Wetterbericht –> Regen!!! Nach der Ankunft aß ich noch einmal Nudeln und begab mich so langsam an das Warmfahren. Ich studierte mit meinem Vater zusammen die Meldeliste und sah direkt, was los war. 11 gemeldete luxemburgische Fahrer und ein paar sehr starke Pfälzer. Für das Rennen bedeutete dies: versuchen vorne dran zu bleiben! Nach dem Warmfahren machte ich mich auf den Weg in Richtung Startaufstellung. Doch vorher musste ich noch etwas Luft in die Reifen pumpen und dabei brach das Ventil vom vorderen Rad. Das war ja schon einmal ein guter Start. Als ich dann zur Startaufstellung nach dem Laufradwechsel ankam, sah ich erst mal alles nur voller luxemburgischer Starter. Das Rennen begann und schnell wurden ein paar Attacken gefahren. Diese waren jedoch nur für diverse Positionskämpfe von Nutzen, hatten aber noch nicht wirklich was mit dem Rennen zu tun. Nach der zweiten Runde wurde es dann ernst. Der erste Luxemburger versuchte sein Glück in der Flucht. Das Tempo explodierte von einem auf den anderen Augenblick und auf dem hügeligen Kurs wurde es immer schwerer, an der Spitze dran zu bleiben. So war es nur eine Frage der Zeit bis ich abfiel. Ich versuchte natürlich noch einmal heranzukommen, doch vorne hatte sich schon eine Spitze aus zwei Fahrern gebildet und das Feld fuhr ebenfalls ein hohes Tempo. Nach den 16 Runden = 30,4 km landete ich so noch im Mittelfeld und wurde 15er, was für die separate Wertung des Rheinland-Pokals Platz 4 bedeutete. Nach diesem etwas verkorksten Rennen erhoffe ich mir eine gute Vorbereitung für die LV-Meisterschaft übernächste Woche. 13. April 2009 – Großer Osterpreis in Ahrweiler Eines meiner Lieblingsrennen stand für den heutigen Ostermontag an. Als ich aufwachte, fühlte ich mich hervorragend und begann gleich meinen gewohnten Ablauf zur richtigen Vorbereitung auf das Rennen in Ahrweiler. Nach reichhaltigem Frühstück und nach dem alles ins Auto eingeräumt war, machten sich mein Vater und ich auf den Weg. Auf der Hinfahrt studierten wir schon einmal ein paar Kniffe, die ich im Rennen in die Tat umsetzten sollte. Nach dem vielen und harten Training in den letzten Wochen sollte die Umsetzung eigentlich keine Probleme darstellen. Nach einer Erkundungstour einmal rund um die Strecke traf ich sofort alte Bekannte aus den letzten Rennjahren. Wir machten uns zusammen ein Bild unserer Konkurrenten und schauten, wer heute wohl der Stärkste von ihnen sei. Man unterhielt sich über den heutigen Tag und alle machten sich große Hoffnungen. Direkt in der ersten Runde versuchten Fahrer sich vom mit 34 Fahrern etwas schwach besetzten Feld zu lösen. Dies gelang ihnen jedoch nicht. Es folgten weitere Ausreißversuche, die sehr in die Beine gingen, denn ich musste oft Löcher zufahren, die nach den Kurven entstanden. Jede Runde gab es 1-2 Attacken aus dem Feld. Man hatte sich schon daran gewöhnt, wer jetzt gleich wieder irgendwo attackieren würde und so kam es auch. Doch jedesmal schafften sie es nicht. Dann waren es nur noch 10 Runden. Dann nur noch 5. Ich fühlte mich von Runde zu Runde besser und kam immer besser ins Rennen rein. Ich wartete immer auf den entschlossenen Ausreißversuch von jemandem, an den ich mich hätte dranhängen können. Doch es blieb nur bei Versuchen. Als die letzten beiden Runden angezeigt wurden, musste es fast soweit sein. Wie vermutet attackierten 2 Fahrer aus dem hinteren Teil des Feldes und direkt zog sich alles auseinander. Ich fuhr immer noch auf einem guten 5ten Platz in die vorletzte Kurve, doch da bremste ein Fahrer auf einmal vor mir und ich musste heftig in die Eisen gehen. Wütend fuhr ich weiter, konnte jedoch das Podium vergessen. Dann ging es in die letzte Runde. Vorne waren schon 5-6 Fahrer weg und auch der Rest hatte mich überholt durch diese ärgerliche Behinderung. Schließlich ging es auf die Zielgerade und ich konnte noch 2 Fahrer überholen. Dies reichte dann noch für einen enttäuschenden 14. Platz. Ich hoffe, dass es am Samstag beim ersten Lauf für den Rheinlandpokal besser läuft. 29. März 2009 – Saisonauftakt in Göllheim Heute war es endlich so weit. Mein erstes Straßenrennen für diese Saison stand an. Schon am Morgen war ich ziemlich aufgeregt und hatte auch nicht wirklich gut geschlafen. Ich hatte ja noch gar keine Ahnung auf welchem Stand ich nach dem Wintertraining stehen würde. Also ließ ich es recht locker angehen. Gott sei dank war das Rennen nicht so früh am Morgen, da wir eine recht weite Anreise von ca. 2 Stunden hatten. Nach der Ankunft in Göllheim ging es auch gleich los mit dem Warmfahren, denn es blieb nur noch eine gute Stunde bis zum Start. Nach der Übersetzungskontrolle mussten wir uns 20 Minuten gedulden und erst nach langer Verzögerung ging es dann endlich los. Meine Beine fühlten sich nicht gut an, da sie wieder kalt und steif waren. Direkt gab es eine Attacke von einem Oberhausener, der sich auch erfolgreich absetzten konnte und wir fuhren ein sehr hohes Tempo. Dann wurde zur Punkterunde eingeläutet (Runden, bei denen Punkte für die ersten 4 Fahrer vergeben werden, die die Start-/Ziellinie überfahren) und es ging in Richtung Sprintvorbereitung. Doch während dem Sprint bekam ich einen Krampf im rechten Oberschenkel, der verdammt weh tat und bestimmt an der langen Wartezeit am Start lag. Jedenfalls viel ich vom Fahrerfeld ab und musste mich wieder ran kämpfen, was mir jedoch nicht gelang. Nach ungefähr 10 Runden wurde ich dann von der Spitze, die sich gebildet hatte, überrundet. Dort konnte ich mich nach ein paar Dehnungsübungen auf dem Rad reinhängen und das Tempo mithalten. Jedoch nützte das leider nichts, da ich eine Runde zurücklag. Nach diesem enttäuschendem Tag und der weiten Anfahrt "für nichts" erhoffe ich mir für die nächsten Rennen mehr Glück. Julian Hallfell
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