Trainingslager Mallorca 2009

 

"Radfahren auf der spanischen Insel vom 21. Februar bis 07. März"

Das Karnevalswochenende stand vor der Tür und äußerst ungemütliches Wetter war gemeldet. Dies war für mich ein optimaler Zeitpunkt nach Mallorca zu fliegen, um beiden Phänomenen etwas auszuweichen. Mein letzter Besuch auf der Baleareninsel lag immerhin schon 4 Jahre zurück und mein Ausgangspunkt war ein völlig anderer. Deshalb freute ich mich auf viele neue Strecken und Eindrücke. Ich wohnte im Norden der Insel, in Alcudia.
08malle1Bei einer kurzen Einrollrunde am ersten Tag, Karnevalssamstag, war ich dann umso mehr überrascht, in Alcudia einen großen Karnevalsumzug zu sehen, der denjenigen in Deutschland kaum nachsteht. Aber zumindest was das Wetter angeht, gab es einen erheblichen Unterschied zur Eifel. Während der gesamten zwei Wochen blieben die Temperaturen zwischen 12 und 19 Grad bei nur einem Regentag und ansonsten recht viel Sonne.
Diese guten Wetterbedingungen und eine gehörige Portion Motivation begleiteten mich bei allen Ausfahrten. Die Tagestouren hier im Einzelnen zu beschreiben würde zu weit führen und wäre wohl auch etwas langweilig. Etwas mehr als die Hälfte der Touren absolvierte ich allein, während ich mich für die anderen den zahlreichen Gruppen des Reiseanbieters anschloss. Bei Streckenlängen zwischen 55 und 170 km steuerte ich so viele verschiedene Ziele wie möglich an. Schnell wurde mir bewusst, dass Mallorca im Frühjahr eigentlich nur aus zwei nennenswerten Dingen besteht: Radfahrern und Schafen (die auch gerne mal auf den Straßen stehen) und ab und an auch noch einige deutsche Rentner. Auch sonst  fallen immer mal wieder interessante Kleinigkeiten ins Auge. Als Beispiel sei hier genannt, dass fast an jeder Straßenbaustelle (auch wenn diese noch so klein ist) keine Ampeln, sondern auf jeder Seite ein Bauarbeiter steht, der dann den Verkehr vorbei leitet.
08malle2Daneben fällt das Hauptaugenmerk natürlich auf die eindrucksvolle Natur mit ihren felsigen Küstenabschnitten genauso wie mit ihren zahlreichen Anstiegen in den verschiedenen Teilen der Insel. Dazu kommt die Tatsache, dass hier der Frühling schon begonnen hat und die Landschaft entsprechend farbenfroh mit blühenden Pflanzen, Zitronen- und Orangenbäumen aufwartet.
Als geographische Höhepunkte meiner Ausfahrten seien den Mallorcakennern beispielsweise die Einzelberge Sant Salvador und Randa Cura, das Cap Formentor, eine Süd-Nord-Querung von Andratx nach Alcudia und Anstiege im westlichen Hauptgebirge wie Puig Maior, Coll de Soller und Orient genannt. Leider konnte ich den berühmtesten mallorquinischen Anstieg, Sa Calobra, nicht fahren. Aufgrund eines Erdrutsches war dieser von Alcudia nicht zu erreichen und man musste über Soller fahren, was knapp 200 km und jede Menge Höhenmeter bedeutet hätte. Diese Tour hatte ich mir als Höhepunkt für den Donnerstag vor meiner Abreise vorgenommen, was dann aber leider der schlechteste Tag mit extrem starkem Wind wurde, weshalb ich die Tour vor dem Ziel abbrechen musste. Insgesamt war ich mit ca. 1600 km und ca. 14.000 Höhenmetern sehr zufrieden und werde wohl im nächsten Jahr wieder kommen.

Martin Reis

     "Bilder vom Trainingslager 2009"

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