22. - 27. Juni 2009: Pässetour in den Schweizer Alpen
Direkt im Anschluss an unsere fuhren wir, Arne Büttner und Martin Reis, montags in Richtung Alpen. Der Termin war für die Hochalpen recht früh gewählt und mit entsprechend unsicheren Wetterverhältnissen mussten wir rechnen. Dass es jedoch bei unserer Ankunft in Hospental nur ein paar Grad über null war und auf den umliegenden Passhöhen sogar im Frostbereich, war dann doch eine unangenehme Überraschung. Somit waren die Planungen für diesen Anreisetag und auch für den darauf folgenden Dienstag hinfällig.
Wir entschieden uns dem schlechten Wetter zu entfliehen und über den Gotthard, und damit über den Alpenhauptkamm) ins Tessin zum Lago Maggiore zu fahren. Diese Entscheidung sollte sich, wie auch alle weiteren im Verlauf der Tour, als goldrichtig erweisen. Aus der grauen Suppe fuhren wir mit dem Auto nach Magadino nahe Locarno in strahlenden Sonnenschein. Als Arnes ersten Alpenpass hatten wir uns die Alpe di Neggia von der italienischen Seite ausgesucht. Sie ist zwar nur 1395 m hoch, überwindet vom Seeufer aber immerhin auf 21 Kilometern knapp 1200 Höhenmeter. Nach dem Warmfahren entlang des Lago Maggiore konnten wir sowohl während der Auf-, als auch während der Abfahrt die tollen Ausblicke auf den schweizerisch-italienischen Grenzsee und seine Umgebung genießen.
Am Mittwoch hatte sich das Wetter schlagartig gebessert, das wir wie geplant die Klassikerrunde über Nufenen (2478 m), Gotthard (2091 m) und Furka (2436 m) in Angriff nehmen konnten. Besonders die große Menge Restschnee und die dadurch vorhandenen eindrucksvollen Schneewände trugen zu einem erlebnisreichen Tag bei. Am eindrucksvollsten zeigte sich das vom Start weg am Nufenenpass, von dem wir zudem noch, wie schon auf der Autofahrt über den Furkapass, eine tolle Aussicht genießen durften. Die alte Passstraße durchs Val Tremola hinauf zum St. Gottard ist vor allem wegen des Kopfsteinpflasters ein konkurrenzloses Erlebnis, welches man allerdings erst nach Ankunft auf der Passhöhe zu schätzen weiß. Auch der anschließende Furkapass ist ein absolut empfehlenswerter und interessanter Alpenpass, wenngleich er mit den anderen beiden nicht ganz mithalten kann.
Mit dem Transfer von Hospental nach Fiesch am Donnerstag wechselten wir auch das Sportgerät und stiegen vom Rennrad auf die Bergschuhe um. Am gleichen Tag sollte mit dem Jägihorn (3206 m) ein von der Alpentour 2007 bekannter Gipfel bestiegen werden. Die großen Schneemengen machten sich nun in den höheren Regionen noch stärker bemerkbar und so hatten wir es mit einigen weitläufigen Schneefeldern zu tun. Gerade diese brachten allerdings etwas Abwechslung und zusätzlichen Spaß. Davon hatten wir auch jede Menge beim zweiten Teil des Abstiegs, als wir uns einem besonderen Sportgerät, einem Monster-Trotti, einem überdimensionalen Tretroller mit übergroßen Reifen, bedienten. Tags darauf war eigentlich die Besteigung des 3406 m hohen Mettelhorns vorgesehen. Von dieser Gipfeloption sahen wir allerdings wegen schlechter Wettervorhersage und erschöpften Kräften ab. Stattdessen fuhren wir mit der Zahnradbahn auf ca. 2500 m Höhe und wanderten von dort zum Gornergrat (3091 m) wo wir einen super Eindruck vom Monte Rosa Massiv bekamen. Leider war die Aussicht in die anderen Richtungen und auch zum berühmten Matterhorn während des gesamten Auf- und auch des Abstiegs nach Zermatt stark wolkenverhangen.
Auch am letzten Tag blieb das Wetter unbeständig, was uns aber nicht von unserem Gedanken abbrachte, die Region Berner Oberland, die eigentlich schon zu Anfang unserer Tour besucht werden sollte, unter die Räder zu nehmen. Da die Rückreise ebenfalls für diesen Tag angesetzt war, blieb es aber bei der Befahrung der Großen Scheidegg (1962 m) im Regen.
Erneut blieb uns der Ausblick auf Eiger Nordwand und Co. aufgrund der starken Bewölkung verwehrt. Es war alles in allem eine sehr eindrucksvolle Tour in der Schweiz, zu der wir aber unbedingt noch mal bei besserer Sicht zurückkehren müssen.
Martin Reis
Bilder der Schweiz-Tour 2009 (#70)

Galerie 2 folgt in Kürze!
|