200km Brevet Köln 2010

 

17. April 2010 – Die 200er Marke geknackt beim Saisoneinstieg der "Randonneure"

Erik Zabel sagte irgendwann mal in einem Interview zum Trainingsaufbau man solle „so früh wie möglich 200 Kilometer fahren“. Mit Sicherheit wäre ihm unser Termin dafür schon viel zu spät gewesen, aber für den Hobbyfahrer gibt es vor Mitte April eigentlich keine Veranstaltungen dafür.200brevet1
Wir, Paolo Ferrarra, Max Göke, Martin Reis und Martin Schäfer, suchten uns dafür nun den 200er-Brevet in Köln-Brühl am 17. April aus.
Ohne die Streckenkarte vorher genau zu studieren starteten wir in Brühl mit dem Bewusstsein heute eine relativ flache Strecke „Grundlage zu rollen“. Die knapp 100 Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und so fuhren wir mit ca. 50 anderen Fahrern in der zweiten Gruppe los. Es fanden sich auch direkt Tempomacher, sodass die ersten 45 km über Erftstadt und Gürzenich zur Kontrolle nach Langerwehe ein lockeres Warmfahren (bei anfangs eisigen Temperaturen) darstellten.
Völlig unerwartet gab es dann an der Tankstelle ein Problem: Wo ist Paolo? Nach kurzem Rundumblick und Abstimmung untereinander, waren wir überzeugt er wolle wohl langsamer fahren und hätte sich zurückfallen lassen. Doch weit gefehlt. In Wirklichkeit war Paolo nur kurz hinter uns in der Tankstelle und wunderte sich seinerseits als er wieder nach draußen trat, wo wir den seien und ob wir es tatsächlich so eilig hatten. Aufgrund dieser Konstellation kamen wir allerdings auch nicht mehr zusammen und Paolo musste den Rest der Strecke allein unter die Räder nehmen, was aber nach eigenem Bekunden keine bleibenden Schäden hinterlassen hat.
Nun noch zu dritt versuchten wir aus der zerstörten Großgruppe die für uns besten Reste zu suchen. Die erste Gruppe erwies sich als nicht geeignet und als wir dann am Horizont einige Fahrer erspähten, die vermeintlich vorher zu den Tempomachern gehörten, hieß es für uns Attacke. Nach den nun folgenden ersten Anstiegen hatten wir sie auch eingeholt, nur um festzustellen, das wir wohl noch weiter nach vorne mussten. Gesagt getan, fanden wir dann zu einer weiteren 4-Mann-Gruppe, die ein ordentliches Tempo vorlegte. Im Grundgerüst sollte dies auch die Gruppe bis zum Ziel bleiben.
Wir wunderten uns in der Folgezeit wo denn die ganzen Berge (meist wirklich schöne, aber auch teils schwere Anstiege) auf dieser angeblich flachen Strecke herkamen. 200brevet2Bis hin zur zweiten Kontrolle in Monschau und auch danach bis Kontrolle 3 am Radioteleskop in Effelsberg ging es eigentlich ständig Auf und Ab. Bei wolkenfreiem Himmel und zunehmend steigenden Temperaturen war die Strecke jedoch wirklich landschaftlich ein Genuss und eine willkommene Abwechslung zu unserer „normalen“ Eifel.
Die Strecke führte uns auch teilweise entgegengesetzt über Abschnitte der Fernfahrt Mendig-Budel und wir passierten so Vicht, Lammersdorf, Konzen, Monschau, Schleiden, Kall, Keldenich, Effelsberg, Scheuren und Rheinbach auf dem Weg zurück nach Brühl.
Die letzten 25 Kilometer waren dann auch wirklich wieder flach. Trotzdem muss man rückblickend konstatieren, dass angesichts eines knapp 28er Schnitts bei der doch nicht so flachen Strecke von „Grundlage rollen“ keine Rede sein konnte.

Martin Reis

"Bilder zum 200er Brevet Köln" (#9)

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