20h-Rennen Fell 2010

 

26. & 27. Juni 2010 – Mayener Fahrer verkaufen sich mehr als beachtlich...

Teil 1: Erlebnisse des Zweierteams Max Göke und Martin Reis

Zum ersten Mal stand das 20-h-Rennen in Fell (bei Trier) in meinem Radkalender. Martin Schäfer hatte schon lange seinen Einzelstart als großes Saisonziel angekündigt und so entschlossen Max Göke und ich uns, ihn zu begleiten und in der 2er-Konkurrenz zu starten.
Start des Rennens war um 19:30 Uhr, weshalb wir nach einer frühen Anreise noch viel Zeit hatten, uns (in brütender Hitze) mental auf das Rennen vorzubereiten und schon mal einen Überblick über die Gegner zu machen. In unserer Rennklasse 2er-Teams Männer waren nur insgesamt 8 Mannschaften gemeldet, was aber nichts über deren Qualität aussagte, wie sich im Verlauf des Wettbewerbs noch herausstellen sollte.
Da wir also nicht genau wussten, wo wir uns einzuordnen hatten, war unser Ziel denkbar einfach formuliert: In der Gesamtwertung (aller gemeldeten Teams (4er, 2er und Einzel) möglichst weit vorne und in unserer Klasse auf dem Podium zu landen.
Vom Start weg orientierte sich Max nach vorne und fuhr auch bis zum Hauptanstieg der ca. 17 km langen Runde, dem 6 km mit ca. 250 Hm Anstieg nach Thomm, in der Spitze mit, ließ dann aber mit Hinblick auf das noch Bevorstehende allzu übermütige Starter ziehen. 10fell1Etwa auf Platz 10 liegend passierte er nach 33:46 min zum ersten Mal Start und Ziel und machte sich auf seine zweite Runde. Im Vorfeld hatten wir uns darauf geeinigt jeweils 2 Runden pro Einsatz zu fahren, was sich im Verlauf des Rennens, gerade gegen Ende, als goldrichtig herausstellte. So blieben für den Wartenden 70 - 85 Minuten zum Regenerieren, Essen und für  kleinere über die ganze Zeit ein ordentliches Tempo zu fahren.
Nach Max' Zieldurchfahrt begann ich dann mit meinen Vorbereitungen und stellte mich nach 65 Minuten in die Wechselzone. Max hatte tatsächlich noch einige Plätze gut gemacht und in der 2er-Wertung sogar die Führung von den Titelverteidigern des RV Schwalbe Trier übernommen. Schneller Transponderwechsel (mit Klettverschluss am Fußgelenk) und noch ein paar Worte zum Kurs "sehr enger, verwinkelter Kurs... pass in der Abfahrt auf... in einer Kurve liegt noch Kies" und los geht’s. Viel mehr Kommunikation war während des gesamten Rennens nicht möglich. Uns blieben nur die 10-30 Sekunden beim Wechsel um Informationen zur Strecke, zum eigenen Befinden, zur Taktik oder zur aktuellen Platzierung auszutauschen.
Zurück zu meiner ersten Runde: Selten hat mir die Unkenntnis einer Rennstrecke so große Probleme bereitet, wie in dieser ersten Runde. Der enge Kurs war vor allem in den beiden Hauptorten Fell und Thomm äußerst kurvenreich und verwinkelt. Wenn man die Strecke kennt, ist fast jede Kurve ohne zu Bremsen zu fahren und man kommt sehr flüssig durch die engen Passagen, ist dies aber nicht der Fall, ist es umso schwieriger und ich habe mehr als einmal meist zuviel gebremst. Nach dem Vorgeplänkel ging es dann zum ersten Mal in den Thommer Berg und ich fand mich gleich in der Verfolgergruppe der 4er Teams (Plätze 3-5) wieder. Während ich mich hier gut behaupten und sogar leicht absetzen konnte, überholte mich noch im unteren Teil ein Fahrer aus dem 2er-Team des RSV Euskirchen, der in dieser Runde die mit Abstand schnellste des gesamten Rennens aller 2er-Teams fuhr. Damit war die Führung erstmal dahin. Ich blieb aber in der Verfolgung und fuhr mit den genannten 4er-Teams und dem Einzelführenden (mit dem es auch später noch einige Begegnungen geben sollte) weiter. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass dies bis zum meiner letzten Runde gut 18 Stunden später das einzige Mal sein sollte, dass ich mit anderen Fahrern den Thommer Berg gemeinsam fuhr. Die zweite Runde lief dank der erlangten Streckenkenntnis schon wesentlich flüssiger.
In der Wechselzone dann der Schock: Max wedelte mit seinem Schaltzug herum und signalisierte mir, ich müsse weiterfahren, der Zug sei gerissen. Also den schon abgenommenen Transponder wieder umschnallen und ohne Licht und noch mit dunklen Brillengläsern los in die anbrechende Dunkelheit. Das ging ja gut los, schon nach 2,5 Stunden, von insgesamt 20. Die gute Platzierung (gesamt 5. und 2er 2.) schien auch nicht mehr zu halten, schließlich wusste ich nicht, ob und wann Max wieder eingreifen konnte.
Und tatsächlich war er auch bei der nächsten Zieldurchfahrt nicht in der Wechselzone zu sehen. Also ab zum Auto, Licht montieren, Gläser wechseln und schnell weiter. Aber zum Glück fand ich dort Max am Auto des frischgebackenen Masters-Europameister im Straßenrennen und im Einzelzeitfahren, Wladimir Gottfried. Genau pünktlich mit meinem Eintreffen war die Reparatur beendet, Max konnte auf die Runde gehen und der entstandene Schaden war kaum messbar.
10fell2Von jetzt an, mit Hereinbrechen der Nacht, kam es zu einem heftigen Schlagabtausch mit dem 2er-Team des RSV Euskirchen, beides Elite-B-Amateure, in dessen Verlauf die Führung beinahe jede Runde wechselte. Während dieses Hin und Her war umso beeindruckender, dass der Einzelführende diese Zeiten mitgehen konnte und sich immer in unserer Nähe, mal vor uns, mal hinter uns befand.
Beim Team aus Euskirchen offenbarte sich aber schon, was am Ende den Ausschlag geben sollte: Immense Schwankungen in den Rundezeiten (zwischen 35 und 49 Minuten) während Max (nach 2 schnellen Startrunden mit 33 und 34, zwischen 38 und 45 Minuten) und ich (nach 2 schnellen Startrunden mit je 34, zwischen 37 und 42 Minuten) sehr konstante Runden absolvierten.
Nach Runde 11 kam Max gemeinsam mit dem Euskirchener über Start/Ziel und übernahm während unseres Wechsels wieder die Führung. Entsprechend die Ansage von Max: "Bleib da dran!". Gesagt getan, trat ich in dieser 1. Runde meines Durchgangs richtig rein um den Kontakt nicht zu verlieren. Verzweifelt hielt ich Ausschau nach dem mir bekannten Trikot, konnte es aber nirgends entdecken. Auch in der zweiten, wieder schnell gefahrenen Runde war er unauffindbar und so übergab ich resignierend an Max mit den Worten: "Sie sind vorn, habe ihn nicht mehr eingeholt." Nach kurzem Ausfahren begab ich mich nun (ca. 4:00 Uhr) mal zu den Zwischenergebnissen um erstaunt festzustellen, das ich 6 Minuten Vorsprung herausgefahren hatte. Was war passiert? Im späteren Gespräch sagte der Euskirchener, dass ich direkt nach dem Wechsel "wie ein Bescheuerter an [ihm] vorbei gekracht" wäre und er mich danach nicht mehr gesehen hätte. Ich hatte also schlicht das Trikot übersehen und war die 2 Runden in Führung liegend einem Geist hinterher gejagt. Umso besser für uns. Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatten wir nach langem Kampf und ständigen Führungswechseln in der beschriebenen Runde um ca. 03:00 Uhr die Führung endgültig übernommen und bis zum Ende nicht mehr abgegeben.
Gleichwohl blieb es spannend, da die Euskirchener immer wieder sehr schnelle Einzelrunden hinlegten und Max zunehmend in seinen zweiten Runden mit Krampfansätzen zu kämpfen hatte. Doch das war nicht das einzige, was ihm zu schaffen machte. Nach dem Riss seines Schaltzuges, löste sich in der Nacht der Lampenakku aus der Halterung, verlor er am Morgen seinen Tacho und zum Höhepunkt brach in der letzten Runde sein Pedal, was ihn aber alles Gott sei Dank nicht ausbremsen konnte.
Am Morgen gegen 8:30 Uhr war unser Vorsprung mittlerweile auf über 18 Minuten angewachsen und wir hofften, trotz noch sieben zu fahrenden Stunden, auf eine kleine Vorentscheidung. Leider hatten wir uns da getäuscht, denn auch im Euskirchener Lager machte man sich Gedanken und entschloss sich zur Taktikänderung, also fortan 1 Runde pro Fahrer und dann Wechsel. Dies zeigte zunächst den gewünschten Erfolg und mit konstanten Zeiten unter 40 näherten sie sich uns rasant bis auf 3,5 Minuten nach der 25. Runde an.
Es war mittlerweile 12:00 Uhr, noch 3,5 Stunden bis zum Rennende um 15:30 Uhr. Wir verzweifelten zusehends an der immer größer werdenden Hitze und dem immer kleiner werdenden Vorsprung. 10fell3Angesichts der scheinbaren Überlegenheit des Gegners blieb uns nichts, als uns ständig gegenseitig bei den Wechseln anzufeuern. Jetzt hatte aber auch niemand von uns mehr Zeit, nach aktuellen Zwischenergebnissen zu fragen. Jeder konzentrierte sich auf seine letzten Runden. Wir versuchten alles, um noch einmal die nötige Energie aufzubringen und den Körper ein letztes Mal zu guten Leistungen zu zwingen. Dabei bemerkten wir nicht, dass sich die beiden Elite-B-Amateure aus Euskirchen wohl übernommen hatten und mit der 26. Runde um 5-6 Minuten in ihrer Rundenzeit einbrachen, womit sie wieder hinter die unsrigen zurückfielen. Logischerweise wurde auch der Abstand somit wieder größer.
Da wir das jedoch nicht mitbekamen, war die Nervosität groß. Als Max das letzte Mal auf mich wechselte, hatte er die Verfolger noch in Thomm, wo sich Hin- und Rückweg entgegen kommen, gesehen, was ca. 4 Min. bedeutete.
Also weiterhin Vollgas. Als ich bis zu meiner letzten Zielpassage dann niemanden aus Euskirchen zu Gesicht bekam, glaubte ich daran es schaffen zu können. Außerdem waren noch 1:23:00 auf der Uhr und somit konnte ich bei einer erhofften Zeit von ca. 40 Minuten noch davon ausgehen, Max auf eine letzte Runde schicken zu können. Anders als z.B. am Nürburgring war hier nämlich nach 20 Stunden Schluss und danach beendete Runden wurden nicht gezählt. Direkt nach der letzten Einfahrt in den Thommer Berg fand sich auch endlich mal wieder ein schnellerer Mitfahrer und ich arbeitete mich ein letztes Mal an den im Kopf gesetzten Wegpunkten entlang hinauf. Ein letztes mal durch Thomm und Verabschiedung von den vielen tollen Zuschauer, die hier den ganzen Tag und fast die ganze Nacht über jeden Fahrer angefeuert, ein letztes mal die Abfahrt, und dann kam das Ziel. Die Uhr zeigte noch 43 Minuten an, Max konnte also noch einen Versuch wagen. Da wir immer noch nicht wussten, wo unsere Konkurrenten waren, auch er noch mal mit Vollgas. Sie schafften es aber nicht mehr rechtzeitig, was für uns den Sieg bedeutete und das sogar mit Rundengewinn. Unglaublich!!! Das hatten wir schon fast nicht mehr für möglich gehalten.
Max fuhr er noch eine fantastische Schlussrunde (37:36 min).
Ziemlich genau 500 km und etwas mehr als 9000 Höhenmeter standen letztlich für uns zu Buche, was auch nur sechs 4er-Teams besser machten. 10fell4Wir waren hochzufrieden, aber auch vollkommen erschöpft. Aus diesem Grund fiel sogar die erste Halbzeit des WM-Achtelfinals Deutschland-England ins Wasser. Pünktlich zur Siegerehrung waren wir dann aber wieder voll da und genossen auch die Anerkennung der Zweitplatzierten Elite-B-Amateure aus Euskirchen und der Drittplatzierten Titelverteidiger vom RV Schwalbe Trier. Als dann für die Sieger auch noch die Nationalhymne gespielt wurde (die hatten sie wohl noch vom Fußball da) musste ich schon etwas schmunzeln, erinnerte es mich doch an einen Trainingslehrgang mit Norbert Kiefl, als dieser uns (damals Teenagern) sagte, jetzt würde die Nationalhymne geübt, weil keiner seiner Fahrer bei einer möglichen Siegerehrung den Text nicht wissen sollte. Norbert hat damals wohl an andere Rennen gedacht, aber immerhin, lustig war’s.

Martin Reis

Teil 2: Martin Schäfers Bericht zum Einzelstart

Endlich war es soweit…mein erster Saisonhöhepunkt in Form des 20h-Radmarathons in Fell stand vor der Tür. Sieben Monate gezielte Vorbereitung, viele Stunden und Kilometer bei Wind und Wetter auf dem Rad waren auf meinem Konto vorzuweisen. Meine Form war planmäßig auf dem Höchststand und die Bedingungen vor dem Wettkampf hätten besser nicht sein können. Dementsprechend zuversichtlich stand ich am Samstagabend im großen Feld der über 250 Einzel- und Teamfahrer, um auf das Startsignal zu warten.

Punkt 19:30 Uhr ertönte dann auch endlich der Startschuss und meine große Anspannung im Vorfeld wich dem Rennfieber. Für die Teamfahrer ging es gleich voll zur Sache und auch ich hielt den Sichtkontakt zur Spitze des großen Feldes. Die erste Runde war schon nach knapp 36 Minuten beendet, ziemlich flott wie ich fand.
Auf den folgenden Runden lies ich dann allmählich mehr und mehr Tempo raus und versuchte, einen guten Rhythmus für die kommenden Stunden zu finden. Dies gestaltete sich angesichts der hohen Temperaturen und des sehr bergigen Streckenprofils als nicht gerade einfach und ich bewegte mich meist in höheren Herzfrequenzregionen.
Mittlerweile war es dunkel geworden und gegen Mitternacht angenehm warm. Der ca. 6 km lange Hauptanstieg hinauf zur Ortschaft Thomm wurde durch unzählige Knicklichter am Seitenstreifen beleuchtet, was nicht nur spektakulär aussah, sondern auch das Fahren erleichterte und den Spaß steigerte. 10fell5Eigentlich hätte ich nun schön Runde für Runde drehen und die Nachtfahrt genießen sollen, doch zu meinem Entsetzen schlichen sich von jetzt auf gleich starke Magenschmerzen und Brechreiz ein. Zurück in der Box konnte ich keinen Happen Essen mehr zu mir nehmen und einzig der kalte Tee löste keine Übelkeit bei mir aus. Vom 24h-Rennen am Nürburgring im vergangenen Jahr kannte ich bereits die gleichen Probleme und hatte auch meine Ernährung im Rennen etwas umgestellt, doch es war nichts zu machen. Vielleicht dem hohen Anfangstempo, mit Sicherheit auch der enormen Hitze geschuldet, war der Magen wohl wieder übersäuert. „Das fängt ja gut an“, dachte ich…“noch keine 6 Runden unterwegs und schon solche Probleme“.
Entmutigt machte ich mich wieder auf die Strecke und versuchte, mich irgendwie von den Beschwerden abzulenken (was jedoch ziemlich schwer war) und wenigstens die Nacht zu überstehen. „Einfach weiterfahren. Das ist nur ein Tief und geht schon irgendwann wieder vorüber“, lautete meine innere Motivation.
Als Ziel für die Nachtstunden setzte ich mir nun, immer zwei Runden durchzufahren und im Anschluss in der Box zu versuchen, wieder feste Nahrung zu mir zu nehmen. Zum Glück konnte ich wenigsten ein paar Salzcracker essen, was aber natürlich über längere Zeit nicht ausreichen würde. Ich zehrte fast nur noch von meinen Körperreserven und aß während der nächsten Stunden kaum etwas. Das es so überhaupt weiterging, ein für mich schwer zu erklärendes Phänomen.
Meine Kräfte schwanden natürlich zunehmend und ich schleppte mich von Runde zu Runde, den Sonnenaufgang sehnlichst erwartend. Als die Sonne dann endlich aufging, sah ich wieder Licht am Ende des Tunnels und die Motivation stieg rasant an. Jedoch wurde schon bald die Müdigkeit immer erdrückender, so dass ich schließlich notgedrungen gegen 6 Uhr eine Schlafpause im Auto einlegen musste. Ich war einfach völlig fertig zu diesem Zeitpunkt.
Nach knappen 50 Minuten erholsamem Schlaf wankte ich ziemlich schlapp aus dem Auto und zwang mich zur Weiterfahrt. Der Magen hatte sich in der Pause etwas beruhigt und es ging mir nun deutlich besser. Kurze Zeit später im Anstieg nach Thomm, Runde 13 war mittlerweile angebrochen, war die Müdigkeit dann auf einmal wie weggeflogen und ich konnte das Tempo wieder steigern. Der Spaß war zurückgekehrt und das Tief in der Nacht endlich überwunden. Die Nachricht von Martin Reis, ich sei vor meiner Schlafpause auf dem 5. Rang gewesen und momentan wohl noch in den Top 10, kam ebenfalls genau zum richtigen Zeitpunkt und ich trat wieder voll in die Pedale.

Gegen 8 Uhr stieg langsam wieder das Thermometer in die Höhe und neue Probleme bahnten sich an. Die Hitze setzte mir nun enorm zu und ich nahm alle paar Minuten einen Schluck aus der Flasche, um einem Hitzestau vorzubeugen. Neben der physischen Belastung auf Grund der vielen Höhenmeter wurde die mentale Beanspruchung immer stärker und ein Wechselbad der Gefühle, von Motivationsschüben und Resignation, überkam mich. Ich konzentrierte mich nur noch auf die nächste Runde und darauf, den Thommer Berg zu überstehen, alles andere und auch die Gegner waren völlig egal. Gerade jetzt, in den letzten Rennstunden, wurden die zahlreichen Anfeuerungsrufe der Zuschauer am Streckenrand, besonders am höchsten Punkt in Thomm, zur wertvollen Unterstützung und trieben mich voran.

Kurz vor der letzten Runde erfuhr ich von Reis, dass ich immer noch in den Top 10 sei, was nochmals einen Motivationsschub auslöste. „Das lässt du dir jetzt nicht mehr nehmen!“, sagte ich mir und trat, alle übrig gebliebenen Kräfte mobilisierend, zur finalen 21. Runde an. 10fell6Der Thommer Berg lies sich dann komischerweise mit Leichtigkeit, ja fast „fliegend“, überwinden und ich genoss ein letztes Mal das Klatschen der Zuschauer. „Jetzt nur noch die schmale, nicht ungefährliche Waldabfahrt nach Fell unversehrt überstehen, dann innerorts im Wiegetritt über mehrere steile Hügel sprinten und durch die engen Kurven rauschen, dann ist das Ziel am Sportplatz endlich in Sicht.“
Völlig platt überfuhr ich nach 19:33h Gesamtzeit, ziemlich genau 360 km und ca. 7000 Höhenmetern, die Ziellinie und stieg hochzufrieden, auf dem 9. Platz in der Einzelwertung liegend, vom Rad.

Fazit: Rundum gelungene, familiäre Veranstaltung mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre und einer - auch wegen den äußeren Bedingungen - schweren Strecke, die ich vorher durchaus unterschätzt habe. Für die nächsten Langstreckenrennen habe ich wieder viel Neues gelernt, im Hinblick auf die Ernährung und das Training wird mir so mancher Fehler hoffentlich nicht mehr passieren.

Martin Schäfer

Ergebnisse: Gesamtergebnis, nach Klassen, Rundenzeiten
Einzelfahrer:

  • 1. Rudi Döhnert (28 Runden)
  • 2. Julian Eisenbeis (27 Runden)
  • 3. Ronald Sönnichsen (26 Runden)
    ...
  • 15. Martin Schäfer (21 Runden)

Zweiterteams:

  • 1. Team RSC Eifelland Mayen, Max Göke & Martin Reis (30 Runden)
  • 2. Team RSV 1896 Euskirchen, Sven Zappe & Christian Dörfler (29 Runden)
  • 3. Team RV Schwalbe Trier, MTB-Masters, Greg Strickhausen & Dieter Gest (28 Runden)

 

"Bilder zum Rennen in Fell" (#18)

tbnfell10

 


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