13. Juni 2010 – RSC-Fahrer beim naheliegenden Bergzeitfahren im Ahrtal dabei
Relativ kurzfristig erreichte mich die Nachricht von einem nahe gelegenen, mir bisher unbekannten , welches von Ahrbrück hinauf nach Lind führen sollte. Als allerletzter Formtest vor dem 20h-Rennen in Fell kam mir dieser Wettkampf noch einmal sehr gelegen und ich integrierte diesen in eine Trainingsrunde.
Gegen 10 Uhr ging es am Sonntagmorgen über Kirchwald, Arft und Kesseling ins Ahrtal zum Startort Ahrbrück, wo an diesem Tag auch die „Tour de Ahrtal“ stattfand und dementsprechend volle Radwege sowie viele Touristen zu erwarten waren.
Am Fuße des Anstieges hinauf nach Lind standen bei meiner Ankunft schon einige wartende Fahrer bereit, um im Minutentakt das Rennen zu bestreiten. Auch Alwin Hallfell und Familie Molinski waren vor Ort, um unseren U13-Nachwuchsfahrer bzw. Sohn Julius zu unterstützen. Dieser startete dann auch gleich und belegte mit einer schnellen Zeit von 16:25 min den 2. Platz in seiner Altersklasse.
Kurz darauf lief die Uhr dann auch für mich und mit Vollgas ging ich die ersten Meter der maximal 10% steilen Auffahrt an. Schon bald fand ich nach kurzer Aufwärmphase einen ganz guten Rhythmus und spulte mit kleinen Gängen und knapp 180 Herzschlägen pro Minute Meter für Meter hinauf. So konnte ich bis zum Schluss fünf langsamere Fahrer überholen und mit einem Zielsprint, angefeuert von zahlreichen Zuschauern, nicht nur knapp die 12 Minuten (Zeit: 11:57 min) unterbieten, sondern den 11. Rang in der Alterklasse sowie den 15. Rang insgesamt einfahren.
Martin Schäfer

Im Jahr 2010 bin ich noch kein einziges Rennen gefahren. Gleichwohl stehen einige anspruchsvolle Marathons auf der Habenseite und für mein Ziel 10 Radmarathons in einer Saison zu beenden, stehen die Chancen mit bislang 5 nicht schlecht. Angesichts des engen Terminplans wird aber auch das schwer genug.
Trotzdem muss ich festhalten, dass die bisherige Rennsaison für mich keine war und ich daher meinen eigenen Erwartungen nach dem guten Jahr 2009 nicht gerecht wurde. Irgendwie musste also der Start in die Rennsaison her. Das Straßenrennen in (wo ein deutlich stärkerer Max Göke antrat) schien nicht passend und so entschied ich mich für das Bergzeitfahren von Ahrbrück nach Lind. Zugegebenermaßen ist Bergzeitfahren nicht unbedingt meine Paradedisziplin, aber man kann’s ja mal probieren. Ich fuhr also am Sonntag zusammen mit unserer RTF-Gruppe nach Buchholz und verließ sie auf dem Rückweg in Sinzig, um das Ahrtal hinauf zu fahren. Nach 120 Einrollkilometern kam ich gut aufgewärmt am Start an. Leider musste man jetzt ca. 15 Minuten in der Schlange warten bis man dran war. Ich entdeckte während des Wartens einige bekannte Gesichter vom Bonner Uni-Radsport und erfuhr von ihnen, das ein uns bekannter A-Klasse-Fahrer aus Bonn wohl im Moment die Bestzeit mit 11:07 min hielt. Bei 1 min Startabstand begutachtete ich nun kurz vor dem Start die vor bzw. hinter mir Startenden. Die beiden Fahrerinnen vor mir sollte ich eventuell einholen können, aber dummerweise stand hinter mir so ein "Leichtgewicht" mit (bezeichnender Weise) Lightweight-Felgen und Zeitfahrlenker. Die Einschätzung sollte soweit richtig sein. Kaum hatte ich die Minute auf die vor mir gestartete Fahrerin egalisiert, hörte ich hinter mir schon das unverwechselbare Geräusch der Hochprofilfelgen (und das vor Halbzeit!!!). In dem Moment bekam ich leichte Selbstzweifel, die sich verfestigten, als ich nach einem ca. 100m langen, erfolglosem Versuch dran zu bleiben, abreißen lassen musste. Ich fand an dem ungleichmäßigen Anstieg nie richtig meinen Rhytmus und kam mir relativ langsam vor. Am Ortseingang von Lind sagten die freundlichen Helfer noch 300 m bis zum Ziel an, also nochmals alles geben und so blieb die Uhr schließlich bei 12:29 stehen. Damit war ich ganz zufrieden (auch wegen der nur ca. 30 Sekunden Rückstand auf Vereinskamerad Martin Schäfer), wenngleich es natürlich immer hätte besser laufen können. Als ich dann auch noch erfuhr, dass der mich überholende Fahrer der Vorjahressieger Heiner Klemme war, der in diesem Jahr mit neuem Streckenrekord 09:57 min und über 1 Minute Vorsprung auf oben erwähnten A-Klasse-Fahrer gewann, war ich auch diesbezüglich beruhigt. Von so jemandem kann man auch mal überholt werden. In der Endabrechnung bedeutete die Zeit für mich Platz 27. Alles in allem war die Veranstaltung sehr einfach und familiär gehalten, aber trotzdem gut organisiert. Nicht nur wegen dem kostenlosen Start, sondern auch dem Jedermanncharakter ist eine Teilnahme in Zukunft uneingeschränkt zu empfehlen.
Martin Reis
Ergebnisse:
- 1. Heiner Klemme 09:57 min
- 2. Stefan Gerres 10:42 min
- 3. Keke Dörnbach 11:07 min
...
- 15. Martin Schäfer 11:56 min
- 27. Martin Reis 12:29 min
- 89. Julius Molinski 16:25 min
"Bilder zum Bergzeitfahren Lind" (#6)

|