08.-20. März 2010 – Saisonstart auf der Sonneninsel
Ein Trainingslager auf Mallorca, der Flug zur "Sonneninsel" - hier kann man den Winter hinter sich lassen und bei ersten Sonnenstrahlen Grundlagenkilometer zu sammeln. Selten gab es objektiv bessere Gründe als den langen und harten Winter in der Eifel 2010.
Mit entsprechend spärlichen Trainingskilometern aber umso größerer Motivation machten wir (Max Göke und Martin Reis) uns am 08. März auf zum Flughafen und zu 13 Tagen Mallorca.
Zwar waren wir durch die Wettervorhersagen schon vorgewarnt, aber die Ernüchterung angesichts des wirklich miserablen Wetters in Palma war nach der Landung groß.
Nachdem wir das Hotel bezogen und die Mieträder abgeholt hatten machten wir uns dennoch auf eine erste kurze Einrolltour mit Paolo Ferrara, der schon 2 Tage früher angereist war. Unterwegs wich dann die Ernüchterung immer mehr dem Spaß am Radfahren auf der Insel. Leider blieb auch in den Folgetagen das Wetter kalt und regnerisch. Als wir am zweiten Tag Schnee auf dem Gipfel des Puig Maior entdeckten, ließen wir uns zu Witzeleien hinreißen, der morgige Tag bringe bestimmt 10 cm Neuschnee. Dummerweise trat dies dann aber annähernd ein und bei Schnee bis hinunter zum Strand war an Radfahren nicht zu denken. So nutzen wir die Gelegenheit eine Erkundungstour nach Palma zu unternehmen. Wir sahen uns die zahlreichen Sehenswürdigleiten von Mallorcas Hauptstadt an, schnupperten südländische Atmosphäre bei einem Fischmarkt und besuchten auch kurz den berühmten Bierkönig an der Playa de Palma.
Tags darauf ging es dann aber wieder radsportlich zur Sache und wir konnten dem schlechten Wetter mit etwas Galgenhumor auch einiges positives abgewinnen, nach dem Motto "Es könnte schlimmer sein...". Schließlich stellen meterhohe Wellen und (nicht ganz meterhoher) Schnee entlang der Straßen auf Mallorca ja durchaus eine Seltenheit dar, was man auch deutlich an den Problemen der mallorquinischen Behörden mit dem Salzstreuen (alle 5-10 Meter ein schöner Haufen) erkennen konnte.
Wir konnten trotz dieser Umstände unsere Planungen annähernd umsetzen und verlegten die landschaftlich schöneren Touren in die 2. Woche. Das Wetter wurde nun auch stetig besser und erreichte nach 5-6 Tagen so langsam wieder die erhofften Bedingungen.
Waren in der ersten Woche noch Ziele wie Randa Cura, Kloster Lluc, die Ermita de Betlem und das Cap Formentor von schlechtem Wetter begleitet, konnten wir uns jetzt über jede Menge Sonne und ordentliche Temperaturen freuen. Jetzt schon in der Bekleidungskombination "kurz-kurz" steuerten wir Tag für Tag weitere Höhepunkte, wie z.B. Sant Salvador, Orient, Deia, Col de Soller und den höchsten Punkt, den Puig Maior, an.
Etwas herausheben möchte ich noch die nicht nur meiner Meinung nach schönste Straße Mallorcas nach Sa Calobra. Bei meinem dritten Aufenthalt auf der Insel konnte ich nun endlich erstmals diese geniale Straßenführung und das herrliche Landschaftsbild erleben. Erwähnenswert ist aus meiner persönlichen Sicht natürlich noch, dass die Passhöhe nach der Auffahrt vom Küstenort Sa Calobra den schönen Namen "Coll dels Reis" trägt.
Während des gesamten Trainingslagers war die Stimmung sehr gut, was auch der ein oder andere uns begegnende Radsportler zu hören bekam. Ich denke ich kann auch für Max und Paolo sprechen, wenn ich von einem rundum gelungenen Aufenthalt schreibe. Wie die allermeisten Radsportler, die einmal auf der Insel waren, haben auch wir uns vorgenommen wiederzukommen.
Hoffentlich schon im nächsten Jahr und dann vielleicht mit noch einigen Mayenern mehr.
Martin Reis
"Bilder zum Trainingslager 2010" (#101)

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