Marathon St. Wendel 2010

 

08. August 2010 – MTB-Marathon-Weltmeisterschaft zu Gast in St. Wendel

Anfang August stand die Marathon-Weltmeisterschaft im eigenen Land auf dem Programm. Früh morgens um vier Uhr klingelte der Wecker, da es um 5 Uhr mit zwei weiteren Kollegen, Felix Schneider sowie Julian Bielfang, nach St. Wendel ging. Ich entschied mich für die Marathon-Kurzstrecke, in der Hobbyklasse über eine Distanz von 52,68 km mit einem Höhenprofil von 1144 Höhenmetern. Mein Bruder Felix ging auf die 30 km Strecke inklusive 643 Höhenmeter.
Als wir gegen acht Uhr eintrafen waren wir schon voll im WM Fieber. Die Profis waren sich fleißig am Warm fahren, der ganze Rennzirkus war auf den Beinen. Wir holten uns erstmal gemütlich die Startunterlagen inklusive Starterpaket ab. Aus der Turnhalle kam ein leckerer Kaffeegeruch, ich konnte nicht wieder stehen und musste bei dem guten Angebot zuschlagen:  4,- € für ein komplettes Frühstück. 
Dann hieß es Räder checken und Warm fahren, um Pünktlich an den Start zu kommen. Felix startete um 9.50 Uhr seinen WM-Marathon über die 30 km, er stand in einer guten Startposition. Und schon direkt nach dem Start konnte er nochmals mehrere Plätze gut machen. Nach 1:08 h feierte er als 3. in der Herrenklasse einen großen Marathonerfolg.
Ich startete meinen Marathon um 10:05 Uhr aus einer schlechten Startposition als 300. von insgesamt 400.  Ich wartete nervös mit einem Puls von ca. 150 Schlägen auf den Startschuss. Als dieser viel konnte ich mich nach relativ kurzer Zeit unter die ersten 100. vorfahren. Bei km 8 kam das, was nicht passieren durfte. Ich hatte mich bis auf Platz 10 regelrecht nach vorne gepeitscht, um dann in einer scharfen Linkskurve, in der der Belag von Asphalt auf Schotter wechselte, das Vorderrad zu verlieren. Ich fand mich im Dreck liegend wieder, mein linkes Knie war komplett offen und das Schaltwerk verbogen. Ich schaute kurz nach dem Rad, um dann unter Schmerzen die verlorenen Plätze wieder gut zumachen.
Dank der tollen Atmosphäre um die zahlreichen Zuschauer, die uns zur Höchstform antrieben, konnte ich mich bis Kilometer 40 wieder unter die ersten 10 nach vorne kämpfen. Mein Knie schmerzte zwar, doch bis zum Ziel war es nicht mehr weit. Eine Verfolgergruppe von 2 Mann fuhr auf mich auf, einen der beiden musste ich noch ziehen lassen, denn das Knie wollte einfach nicht mehr. Auf dem letzten Kilometer holte ich nochmals alles raus, um dann nach 2:06 h auf dem 5. Rang in der Herrenklasse über die Ziellinie zu fahren. Mein Bruder wartete bereits auf mich im Zielbereich, insgesamt hatten wir einen schönen und erfolgreichen Rennsonntag.

Ralf Schneider

Bericht 2:

Früh morgens um vier Uhr klingelte auch für mich der Wecker, da es um 5 Uhr nach St. Wendel ging. Meine Motivation war groß, das Wetter schien gut zu werden und die Form war da. Ich meldete für die 108 km lange und mit 2600hm nicht gerade einfache Strecke. Das Profil war wie ein Sägezahn, welches durch das ständige auf und ab keine Zeit für Erholung lassen sollte.

Um 9:55 startete ich dann im reinen Elite/U23 Lizenzfeld 10 Minuten hinter den nominierten WM-Teilnehmern. Früh bildete sich eine sehr starke Spitzengruppe die ich leider nicht mehr halten konnte und reite mich kurz dahinter in einer ca. 10-köpfigen und gut arbeitenden Verfolgergruppe ein. Nach und nach holten wir sogar einige der nominierten WM-Teilnehmer aus den verschiedensten Nationen ein. Das Tempo war hoch und es kostete mich extrem viel Kraft diese Gruppe bei dem Zermürbenden auf und ab zu halten. Diese konnte ich ab ca. km 80 nicht mehr aufbringen und musste die Gruppe leider ohne mich weiter ziehen lassen. Alleine kämpfte ich mich dann über die letzten 28km. Zum Schluss des Rennens wollten die Beine nicht mehr ganz wie am Anfang und der Leistungseinbruch war da.

Am Ende kam ich nach einer Fahrzeit von 5:23h am Ziel an und konnte dennoch einen ganz zufriedenstellend den 15 Platz im Elite/U23 Lizenzfeld einfahren. Da ich auf dieser langen Distanz bis dahin wenig Erfahrung hatte bin ich über das Resultat trotz des Leistungseinbruchs zum Ende des Rennens sehr erfreut und schaue so sehr zuversichtlich in die Zukunft.

Julian Biefang

 


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