| 20h-Rennen Fell 2011 |
25. & 26. Juni: Zweierteam verteidigt erfolgreich den Sieg aus dem Vorjahr Wenn auch nur 20 Stunden lang, weist der Feller Radmarathon doch das entscheidende Kriterium aller 24-Stunden-Rennen auf, die Nachtfahrt und damit verbunden der Schlafmangel. In einem 2er-Team wirkt sich dies, im Gegensatz zum 4er, noch stärker aus. Somit reisten wir als „RSC Mayen – Team Poisonbikes“ am Samstagmorgen zum Start nach Fell, wo im Vergleich zum Vorjahr eine zahlenmäßig mehr als doppelt so große Konkurrenz auf uns wartete. Die letztjährigen Podiumsplätze 2 und 3 waren allerdings nicht vor Ort und entsprechend schwierig war die Einschätzung der Gegner. Aufgrund der noch langen Wartezeit bis zum Start hatten wir nach unserem Quartieraufbau (bestehend aus PKW und Pavillon) mehr Zeit als üblich, um uns verrückt zu machen, indem wir jeden vorbeikommenden Fahrer kritisch beäugten und nach Möglichkeit die Startnummer prüften, um ihn gegebenenfalls in die Konkurrentenliste einordnen zu können. Doch nun zum Rennverlauf: Hier ergeben sich natürlich 2 verschiedene Sichtweisen auf das Geschehen, da man sich im 2er-Team, mit Ausnahme der wenigen Sekunden beim Wechsel, im Prinzip 20 Stunden nicht sieht. Es regnete zwar noch bei der Anfahrt, doch glücklicherweise trocknete die Strecke rechtzeitig ab und es blieb dann auch vollständig trocken. Am Samstag waren die Temperaturen deshalb deutlich niedriger als bei der Hitzeveranstaltung im Vorjahr. Erwähnenswert ist außerdem noch die besondere Atmosphäre in Fell und Thomm (zweiter beteiligter Ort, nach dem Anstieg), die ich vorab beschreiben will. Sie ist geprägt von familiärer Stimmung im Fahrerlager und seitens des Veranstalters, aber auch von großartiger Unterstützung von vielen Zuschauern hauptsächlich in den beiden Gemeinden Fell und Thomm. Hier gibt es unzählige kleine Feste von Anwohnern, wo sich Gruppen zum gemeinsamen Feiern zusammenfinden und dabei jeden (!) vorbei kommenden Fahrer anfeuern. Einige von Ihnen sogar fast durch die gesamte Nacht hindurch. Besonders wird die Atmosphäre auch in der Nacht am Thommer Berg, wo etliche Helfer Tausende von Knicklichtern postieren und kurz vor Ende des Anstiegs eine Rockband bis tief in die Nacht einheizte. Den Start um 19:30 Uhr verfolgte ich als Zuschauer, während Max zum ersten 2-Runden-Abschnitt antrat. Dieser Rhythmus (jeweils 2 Runden von etwa 35-40 Minuten) hatte sich im letzten Jahr bewährt und so sahen wir keinen Anlass, etwas an der Strategie zu ändern. Mit dieser Taktik ergibt sich ein annehmbarer Ausgleich zwischen Belastungs- und Erholungsphase. Nach Abzug von Warm- und Ausfahren, An- und Ausziehen bleiben bei dieser Variante etwa 60 Minuten, in denen der Fahrer essen, ruhen oder Arbeiten am Rad durchführen kann. Nach der ersten Runde kam Max etwa an 15. Position über Start und Ziel und lag damit auf Rang 3 der 2er-Teams, dies sollte zumindest schon mal ein Ansatzpunkt sein, wer denn unsere Konkurrenten sein würden, denn es waren tatsächlich diese ersten 3 Teams, die auch knappe 19,5 Stunden später das Podium belegen sollten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang noch Rudi Döhnert, der als späterer Einzelsieger in der ersten Runde als Gesamtdritter (!!!) nur hinter 2 Viererteams die Ziellinie passierte. Unglaublich !!! Jetzt hieß es aber auch für mich fertig machen und ins Rennen starten. Die ersten 2 Runden würde ich noch ohne Licht fahren können und so stellte ich mich in die zu diesem Zeitpunkt noch sehr hektische Wechselzone (das sollte sich im Verlauf des Rennens deutlich beruhigen) und wartete. Nach 68 Minuten sah ich Max kommen, Transponder von seinem Bein ab, bei mir wieder dran und los… Es entwickelte sich bis zur 9. Runde ein Schlagabtausch mit ständigen Führungswechseln und das trotz Problemen mit der Beleuchtung, die sowohl Max als auch mich unabhängig voneinander betrafen. Ich hatte ein mir unbekanntes Lampenmodell dabei und dies nicht richtig fixiert, sodass ich während des ersten Nachtabschnitts geschätzte 3-4 Minuten wegen Sichtproblemen verlor. In Runde 10. erwischte Max völlig unerwartet ein schwerer Einbruch und er fuhr die Runde 8 Minuten langsamer als zuvor. Jetzt befanden wir uns in der schwierigen Situation, auf der einen Seite den Abstand schnell so groß wie möglich auszudehnen um die jetzt Zweitplatzierten zu demoralisieren, auf der anderen Seite angesichts noch 7 Stunden Renndauer den Motor nicht zu überdrehen und dann später selber einzubrechen. 20 Minuten vor Zielschluss erreichte ich mit unserer 31. Runde das Ziel und damit war es geschafft. Die 2er-Mannschaft RSC Mayen – Team Poisonbikes holte sich mit Rundenvorsprung (die Fahrer des RC Adler Köln waren angesichts des großen Rückstands auf uns und des ausreichenden Vorsprungs auf Platz 3 nicht mehr zur 31. Runde angetreten) den Sieg in der Zweier-Wertung. Insgesamt landeten wir immerhin auf dem guten 7. Platz und mussten somit nur 6 Viererteams den Vortritt lassen. Martin Reis Bericht von Max Göke: Die Titelverteidigung steht an. Mit diesem Gedanken, beziehungsweise diesem Wunsch gingen wir das 20h Rennen in Fell an, da wir es 2010 für uns Entscheiden konnten. Verspätet angekommen, gab es auch schon die ersten Probleme: Wir hatten zu wenig eingekauft. Kurz entschlossen machten wir uns mit dem Rad auf den Weg und kauften in einem Nachbarort in einem Geschäft das Nötigste ein und konnten mit etwas mehr Zuversicht an den Start gehen. Wir beschlossen die selbe Taktik wie 2010 zu fahren, nämlich alle 2 Runden konsequent zu wechseln. Ich fuhr wieder die Startrunde. Zwei Zweierteams schätzte ich als Gegner ein, wobei sich schnell zeigte, nur mi einem Team hatten wir hart zu kämpfen. Es ging direkt in die Nacht hinein und das besagte Team führte. Sie wechselten allerdings nach jeder Runde, was uns Hoffnung gab, dass sie einbrechen würden. Gegen Morgen passierte es dann auch. Einer der zwei Fahrer war ziemlich am Ende. Ich hatte das Vergnügen, ihn nach dieser harten Nacht zu überholen und hörte nur ein: „Oh nein“. Wir konnten unseren Vorsprung weiter ausbauen und siegten am Ende dann auch noch mit einer Runde Vorsprung. Es gab als Preis wie gewohnt eine Flasche Sekt XXL und einen Pokal, dazu noch ein Sieger T-Shirt. Jetzt galt es nur noch: Ab ins Bett, aber schnell! Ich wünsche mir, nächstes Jahr wieder an diesem herrlichen 20h-Rennen teilzunehmen, da es eine super interessante, harte, aber auch spaßige Veranstaltung ist.
Ergebnis 2er-Männer: 1. RSC Mayen – Team Poisonbikes 31 Runden – 19:40:47 Std. "Bilder zum 20h-Rennen 2011" (#23)
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